Der Zettel
Säkularismus
- Emanzipierungsbewegungen gegen christliche Dogmen, Moral, z.T. gegen Religion überhaupt
- Produkt der Aufklärung des 17./18. Jh., von demokratischer Idee begünstigt
- Weltanschauung: rationalistisch, empiristisch, anthropozentrisch
- Liberalismus: Fordert Trennung Staat-Religion, Glaube dürfe im öffentlichen Leben keine Bedeutung haben, wird Privatsache => Religion als Hobby, Nebensache
- Zunächst negativ von Amtskirche aufgenommen (von Syllabus 1864, Antimodernisteneid 1910 verurteilt), später als Chance (Enzyklika Rerum novarum 1891)
Ethischer Pluralismus
- Anwendung des Säkularismus auf die Ethik: Liberalisierung aller ethischen Bereiche
- Permissive, alle ethischen Anschauungen und Praktiken duldende Gesellschaft
- Verschiedene Wertsysteme:
- Eudaimonismus: Glück des Menschen als oberster Wert
- Sokrates
- Stoa und Kant
- Epikur
- Utilitarismus: Nutzen als oberster Wert
- Individueller U.
- Altruistischer U.
- Sozialer U. (=Sozialeudaimonismus) (Bentham)
- Handlungsutilitarismus (ungehemmt) führt zu „Zweck heiligt Mittel“,
ethischer Verwilderung (Libertinismus), deshalb Regelutilitarismus: Normen finden, die mit größtmöglicher Sicherheit Glück erzeugen
- Konsumismus: Lebensgenuss durch steigenden Lebensstandard als höchster Wert. Voraussetzung: Wirtschaftswachstum. Ziel: Vom Staat versorgte Wohlstandsgesellschaft
Positive Auswirkungen von Säkularismus und ethischem Pluralismus:
- Gewissensfreiheit
- Gleichstellung der Frau
- Führt zu Selbstkritik und Intensivierung der ethischen, sozialen, kulturschaffenden Kräfte der Religion
Werbekraft nichtchristlicher Gemeinden
- Zeugen Jehovas: Leugnen Gottheit Christi und des Hlg. Geistes
=> keine christl. Glaubensgemeinschaft
- New Age
- Freimaurer: Deismus, Glaube an Schöpfergott, der perfektes Werk schuf, deshalb keine göttliche Offenbarung nötig. Menschenrechte, Gewissensfreiheit, soziale Wohltätigkeit.
Weitere Gründe
- Bindungsscheu des modernen Menschen: Emanzipation des Individuums, gegen Bindungen, die Opfer an Zeit und Geld sowie Einschränkungen der Selbstbestimmung erfordern
- Theodizeeproblem
- Theodizee: Nachweis, dass sich das Übel und das Böse in der Welt mit der Existenz eines gerechten und menschenfreundlichen Gottes vereinbaren lassene
- Physisches Übel um eines höheren Zweckes willen, Strafe, Prüfung, Appell
- Moralisches Übel nicht immer verhindert, Willensfreiheit, kann Folgen beseitigen
- Falsche, verzerrte Gottesvorstellungen
- Unwissenschaftliche Erklärung von Phänomenen
- Legitimierung von Macht
- Verharmlosung von Sünden
- Verzerrung der Transzendenz Gottes in biologischem Sinn, männlicher bzw. weiblicher Gott
- Gott als jenseitiger Tröster und Belohner
- Gott als Diener, für eigene Bequemlichkeit
- Falsche oder zu geringe religiöse Erziehung
Informationen
Erstellt von: Andreas am 9. April 2006, 13:08 Uhr.
Zuletzt geändert von: Andreas am 9. April 2006, 13:10 Uhr.
Bearbeiten darf: Jeder Pro-Benutzer.
Wie lernen? Regelmäßig wiederholen.
Wird zur Zeit gelernt von: Franzi, Orox, bodhicougar, curlz, ceci und 53 weiteren Personen.

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