als Moralist, der Sittenverfall anprangert und die alte virtus einfordert, passt Livius natürlich gut zum augusteischen Programm der Erneuerung der alten Werte und Traditionen; er übt zwar gelegentlich Zeitkritik, bleibt aber eingebunden in die Politik des Augustus
auch die Verklärung der Frühzeit, die Glorifizierung von vorbildhaften römischen Helden oder die bewundernde Darstellung des Aufstieg Roms zur unumstrittenen Weltmacht fügen sich gut in die Politik des Augustus, dem Livius ja auch freundschaftlich verbunden ist (Maecenaskreis!)
wer durch diese römische und augusteische Brille Geschichte betrachtet und ein moralisch-pädagogisches Ziel verfolgt, kann natürlich nie ganz unvoreingenommen oder objektiv sein