Das Buch
Informationen
Erstellt von: Andreas am 10. März 2006, 20:43 Uhr.
Bearbeiten darf: Jeder Pro-Benutzer.
Wie lernen? Regelmäßig wiederholen.
Wird zur Zeit gelernt von: Hans Suter, Yvonne Schubert, Martin, Ciadre, tomsky und 49 weiteren Personen.
Bewertung: 
Autor: Gunter Dueck
ISBN: 3540436235
Erschienen: 2002
Ausgabe: Gebundene Ausgabe
Verlag: Springer, Berlin
Seiten: 439
Preis: Ab EUR 34,95 bei Amazon (am 19. Februar 2007, 04:25 Uhr)
Rezensionen
Hervorragend
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Dieses Buch fesselt einen von der ersten bis zur letzten Seite, Aus griechischen Philosopen wie Plato, Aristoteles, Aristid, Mathematik neuronaler Netze, Erfahrung aus Lehre und Wirtschaft und wahrer Menschenkenntnis webt Prof Dueck ein dichtes Modell der verschiedenen Menschentypen, ihrer Strategien, das an Einsicht und Klarheit nicht zu überbieten ist. Seine Beispiele sind einprägsam,lebensnah und auf den Punkt formuliert. Man lernt sich und andere besser verstehen und sieht den Sinn seines Lebens nachher in einem anderen Licht. Ein wahres Buch nicht nur für wahre Menschen
Auf der Suche
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Der Buchtitel erweckt mehr Zweifel als Hoffnung, das der Inhalt diesem hohen Ziel gerecht wird. Selbst der Autor sieht dies ein und weist mehrfach auf einen zweiten und dritten Band hin, der noch zu schreiben ist.
Was will der Autor? Eine Philosophie für alle und alles? Eine Formel zum glücklich werden für alle und gar Glückseligkeit für den ganzen Kosmos? Auch wenn es zunächst so ausschaut; hier ist kein Scharlatan am Werk, sondern jemand der mit beiden Beinen fest auf dem Boden steht. Allerdings im Spagat, denn das eine Bein denkt" wissenschaftlich universitär und das andere eher konzernstrategisch.
Die Sinnfrage des heutigen Menschen wird im ersten Kapitel umfassend dargestellt und dient neben dem zweiten Kapitel mit Wegweisern und Grundprinzipien als gute Einführung zu den weiteren Überlegungen. Das dabei festzementiertes Altwissen wie die Maslow'sche Bedürfnispyramide nicht nur angezweifelt, sondern geradezu in die Luft gesprengt wird, zeigt das es dem Autor ernst ist mit seiner Vorstellung vom modernen Menschen.
Die daran anschließenden Kapitel beschäftigen sich sehr intensiv mit der Art des Menschen zu Denken und zu Handeln. Dabei (er-)findet der Autor drei Subladen für wahre, richtige und natürliche Menschen. Stark vereinfach in einem Satz wiedergegeben: Wahre Menschen pflanzen Bäume der Erkenntnis, natürliche naschen hie und da davon und richtige verarbeiten die ganze Ernte zu Kompott und überlegen ob sie den Stamm nicht in einen Wohnzimmerschrank verarbeiten sollen.
Die Einteilung und Katalogisierung dominiert das ganze weitere Buch über und wirkt zeitweise zu lehrerhaft, erziehend. Man möchte dem Autor zurufen: Ich hab es ja verstanden, kommt zu den nächsten wichtigeren, spannenderen Punkten; ich will nicht auf Band zwei warten."
Autor Gunter Dueck schreibt mit vollem Einsatz. Familie, Universität und Firma werden immer wieder zu plastischen lebensnahen Beispielen herangezogen. Seine Thematik ist nicht neu, Dietrich Dörner (Logik des Misslingens), Douglas Hofstaedter (Gödel, Escher, Bach), Stanislaw Lem (Kyberiade), Frederic Vester (Vernetztes Denken) und andere weiden ebenfalls auf dieser Wiese. Aber das Buch überschreitet feine unsichtbare Grenzen, zeigt neue Ideen und Möglichkeiten auf. Es bleibt zu hoffen, das der Autor sein Versprechen wahr macht und einen zweiten Band folgen lässt.
Vorsicht: Bewußtseinsverändernde Lektüre
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In Douglas Adams subversiv-philosophischem Science-Fiction-Epos "Per Anhalter durch die Galaxis" ist die Erde ein riesiger Computer zur Ermittlung der Frage nach dem Sinn des Lebens, des Universums und allem anderen. Kurz bevor das Ergebnis der ungeheuer langwierigen Berechnung jemandem mitgeteilt werden kann, wird die Erde von ignoranten Vogonen gesprengt. Wäre das nicht nur ein überdrehtes Science-Fiction-Szenario, dürften wir langsam beginnen uns zu fürchten. Denn für mein Gefühl kommt der Mathematiker und hauptberufliche IBM-Querdenker Gunter Dueck in "Omnisophie" dem Kern der Sache, was bisher zwischen den Menschen eigentlich so schrecklich schief läuft, schon ziemlich nahe. Das geschieht in durchaus weltverbesserischer Absicht, aber ohne unangenehmen missionarischen Eifer, ohne religiösen oder esoterischen Fundamentalismus und - in diesen Zeiten eine Wohltat - ohne eine neue vermeintliche Heilslehre zu propagieren. Stattdessen schafft es Dueck mit seinem einzigartigen, scheinbar ausschweifenden, aber am Ende immer sinn-vollen" Schreibstil, den Leser quasi in Echtzeit in seine Überlegungen und in sein Ringen um Erkenntnis hineinzuziehen, um am Ende gemeinsam" zu gut begründeten Vermutungen, plausiblen Vorschläge und fruchtbaren Fragen zu kommen.
Dueck holt bis in die Antike aus: Zunächst dekonstruiert er die Philosophien seiner berühmten klassischen und neuzeitlichen Vorgänger zu den Themen "höchstes Gut", "Lebenssinn" und "Erkenntnis". Er entlarvt sie u.a. als Ausdruck der verschiedenen Charaktertypen ihrer Schöpfer und erklärt den "ewigen Streit" zwischen den verschiedenen Philosophie-Schulen deshalb für nicht zu entscheiden. Mehr noch, er macht klar, dass die Verengung auf eine beste" Philosophie weder angemessen noch wünschenswert ist. Wie der Name des Buchs Omnisophie" andeutet, schlägt Dueck stattdessen eine Philosophie der Vielfalt vor, eine Art Weltformel für all die verschiedenen Ziele, Lebenssinne und höchsten Güter", um die Menschen und ihre Eigenarten einander verständlicher zu machen und so einen konfliktärmeren Umgang miteinander zu ermöglichen.
Ähnlich wie Jung, Keirsey und andere entwickelt Dueck eine eigene, hoch differenzierende Charaktertypen-Lehre des Menschen. Statt jedoch ausschließlich von außen zu beobachtendes Verhalten heranzuziehen und zu klassifizieren, basiert sein Schema erstmals (?) auch auf Annahmen zu den vom menschlichen Gehirn physiologisch bzw. phänomenologisch ausgeprägten Denkarten - dem rationalen, dem intuitiven und dem reflexartigen Denken. Für alle drei Denkarten skizziert Dueck jeweils sehr verständlich ein mathematisch-informatisches Modell, das die wesentlichen Eigenschaften beschreibt.
Von diesen Denkarten leitet er drei Haupt-Charaktertypen ab - den Richtigen, der nach Höherwertigkeit durch Systemkonformität strebt, den Wahren, der seine Bestimmung in Ideen findet und den Natürlichen, für den das Glückserlebnis an vorderster Stelle steht. In den verschiedenen Charaktertypen sieht er jeweils eine der Denkarten vorherrschend.
Hier ist der einzige Punkt, an dem ich Dueck bis heute nicht so ganz folgen will bzw. noch eine Lücke in der Ableitung sehe: Die ersten zwei Denkarten scheiden laut Dueck zwei sehr verschiedene Charaktertypen, während die dritte Denkart, das Reflexhafte, als Gefahranzeiger allen Charakteren zu eigen ist, wenn auch in partiell unterschiedlichen Ausprägungen. Damit erklärt Dueck die typmäßig natürlichen" Menschen für meinen Geschmack nicht ausreichend. Der natürliche Mensch im Sinne der dueck'schen Charaktertyp-Lehre soll sich unter der Kontrolle eines nicht weiter erklärten Willens" nach Bedarf bei der rationalen und der intuitiven Denkart bedienen. Art und Herkunft des Willens als eigene Steuerungsinstanz der Natürlichen" werden nicht so elegant erklärt wie die anderen Denkarten. Dadurch erscheint mir dieser Teil in den Einzelanalysen und den Hypothesen zwar brilliant, in der Abbildung von Physiologie, Funktionsweise und Charakterausprägungen aufeinander allerdings noch nicht ganz vollständig.
Dennoch: Lässt man sich auf das Schema und seine Implikationen ein (was Duecks Hauptanliegen ist), werden viele Verhaltensweisen und Konflikte der Menschen plötzlich sonnenklar. Auch wenn Dueck in diesem Band noch nicht ganz tief und ausführlich zur Anwendung seiner Omnisophie zur Analyse unserer Gesellschaft und ihrer Probleme schreitet, erledigt" er hier argumentativ dennoch bereits menschenverachtende Management-Theorien und -Praktiken, das deutsche Schulsystem nach dem Pisa-Schock sowie die Vorstellung, dass Menschen beliebig flexibel sein können.
Werden wir bald Dueck in einem Atemzug mit Platon, Artistoteles, Nietzsche und Kant nennen?
Ich glaube nicht. Denn im Gegensatz zu diesen schreibt Dueck bei aller intellektuellen Tiefe und grenzüberschreitenden Breite seiner Betrachtungen verständlich, (selbt-)ironisch, und unterhaltsam. Mir jedenfalls sind die Beobachtungen, Analysen, Argumente und Folgerungen in "Omnisophie" weitgehend widerstandsfrei ins Hirn geflutscht, obwohl ich eher als hyperkritisch gelte. Die vielen konkreten Beispiele und Anekdoten, mit denen er seine Überlegungen illustriert, kamen mir oft fast schmerzhaft bekannt vor.
Omnisophie" ist laut Dueck nur eine erste Näherung an die ultimative Erkenntnis zu den Menschen und ihrem Zusammenleben auf diesem Planeten. Ich hoffe und vertraue darauf, dass er uns auch an den nächsten Stufen seiner Denkarbeit in Form weiterer Omnisophie-Bände teilhaben lässt und ihm sein Arbeitgeber IBM im Eigeninterresse, sich mit einem solchen Denker schmücken zu können, den dafür nötigen Freiraum gibt.
Geistreiche moderne Philosophie
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Omnisophie ist ein tolles Buch! Die visionären Inhalte und die unterhaltsamen Herleitungen vermitteln nicht nur Lesegenuss, sondern sind für mich auch sehr inspirierend. Gerade im weiten Feld der Philosophie gibt es nur sehr wenige gute zeitgenössische Autoren und noch seltener sind diejenigen mit einem gesunden Verhältnis zu den heutigen informationstechnologischen Möglichkeiten. Omnisophie führt die ebenfalls sehr empfehlenswerten Bücher Wild Duck und E-Man in gewohnter Manier weiter und bietet anspruchsvollen Stoff für lange Abende. Mit viel Leidenschaft vertrete ich Gunter Dueck's Argumente und konnte schon einige Freunde und Kollegen zum Lesen seiner Bücher animieren. Ich freue mich schon auf den zweiten und dritten Teil der Omnisophie.
Denkanstösse ohne Ende
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Das Buch hat mir viele angenehme Stunden des Nachdenkens, Diskutierens gebracht, viele Experimente mit Freunden und Fremden.
Dieses Buch rüttelt sehr erfolgreich an Lehrmeinungen zur Funktions- und Denkweise aller Menschen. Der Author schreibt und erklärt wunderschön seine eigene Vorgehensweise und man kann förmlich mitfühlen, wie wieder ein weiteres "Bauteilchen" in diese Idee "einrastet". Nach dieser Gliederung wird so vieles in neues Licht getaucht, das nun plötzlich Sinn macht. Sie sehen sich und ihre Mitmenschen danach mit anderen Augen.
Dieses Buch enthält eine wahrhaft grosse Idee, die sicher noch viele weitere Bücher zu diesem Thema entstehen lassen wird - ich freu mich drauf.
Sehr empfehlenswert!

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