Das Buch
Informationen
Erstellt von: Andreas am 10. März 2006, 22:11 Uhr.
Bearbeiten darf: Jeder Pro-Benutzer.
Wie lernen? Regelmäßig wiederholen.
Wird zur Zeit gelernt von: dasDing, kalemanha, emma, mkalz, Malle1308 und 36 weiteren Personen.
Bewertung: 
Autor: Wolf Schneider
ISBN: 3492222161
Erschienen: 1996-04
Ausgabe: Broschiert
Verlag: Piper
Seiten: 396
Rezensionen
Für Laien und Kritiker
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Insgesamt ein gutes Buch, auch wenn sich vieles von dem Inhalt in anderen Werken wie besipielsweise die Stilfibel" wiederfinden lässt. Der Autor beschreibt die Probleme der deutschen Sprache sehr ausführlich und bietet auch genügend Ansätze zu dessen Behebung an. Mich hat allerdings die persönliche Kritik Schneider's an anderen Autoren gestört. Zudem finde ich seine teilweise selbstverherrlichenden Darstellungen als Meisterkritiker ünnötig, da der Leser ohnehin beim Durcharbeiten seiner Lektüre von seinen Sprachfähigkeiten überzeugt wird. Das Buch hat mir geholfen meinen Stil zu verbessern und ein gewisses Gefühl für Satzkonstruktionen zu entwickeln. Auch wer selbst im schreiben keine Genie ist, wird anschließend mit Leichtigkeit die Fehler anderer entdecken.Vor allem für Kritiker ein unersetzliches
Deutsches Gequassel entschlacken
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Nimmt man es genau, spricht kaum noch jemand wirklich sauberes "Goethe-" Deutsch. Diesen Anspruch sollte man vielleicht auch nicht stellen, da man ja noch flüssig miteinander reden will, aber zumindest die gröbsten Schnitzer kann man vermeiden. Jeder ist unbewusst dabei: Beispiele bringt Schneider auf fast 400 Seiten mannigfaltig aus Literatur und Printmedien, seien es lange Sätze, "die, weil verschachtelt, schwer verständlich sind", dass Aktiv statt Passiv "benutzt wird" oder sprach-"mäßig" "total" gute oder "unheimlich" schlechte Dinge. Politiker werfen mit schwammigen Floskeln wie der "sozialen Kälte" um sich, Manager antworten mit unklar definierten Anglizismen, und spätestens die doppelte oder sogar dreifache Verneinung verwirrt "nicht ohne Mißfallen". Zumindestens freut man sich dann über den positiven AIDS-Test :-)
Der ursprüngliche Sinn von Sprache, Wissen und Informationen schnell und klar zu übermitteln, ist oft nicht mehr erkennbar. Hier räumt Schneider auf, strukturiert (besser: gliedert) sauber in Schwerpunkte und schlägt Verbesserungen vor (schlagen?: bietet an). Das Thema kann auch zu weit führen. Ist das schöne Metapher "grünes Licht geben" so abgedroschen, dass man es nicht mehr nutzen soll oder sollen bestimmte Gedichtszeilen wirklich 2- statt 1-zeilig geschrieben sein? Wahrscheinlich würde Schneider auch in seinem eigenen Buch Schwächen entdecken, wäre es nicht sein eigenes. Doch abgesehen davon ist das Buch gerade wegen der vielen negativen wie positiven Beispiele gut verständlich und lustig zu lesen - und sollte für jeden deutschen Vielschreiber Pflichtlektüre sein!
Deutsch wie es ist und wie es sein könnte
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Grammatik, treffende Wortwahl, Fremdwörter, Satzbau, Einsatz von Metaphern und anderen Stilmitteln, Rechtschreibung, Einfluss von Computern und anderen Geräten auf die deutsche Sprache - keinen der relevanten Themenbereich bzgl. unserer Muttersprache lässt der Autor aus.
Gekonnt und pointiert zeigt Wolf Schneider dabei die möglichen Fehlerquellen auf, auf die ich immer wieder hereinfalle. Gott sei Dank zeigt er anhand vieler Beispiele, dass ich nicht der Einzige bin, dessen Fähigkeiten beim Einsatz des Deutschen dringend verbessert werden müssten. Viele der Beispiele sind amüsant und erschreckend zugleich, einige sogar grotesk. Aber nicht nur die Lektüre der schlechten und guten Beispiele bringt Spaß. Der Autor zeigt selbst, wie man ein Thema, an dessen Vermittlung schon tausende von Deutschlehrern weitgehend gescheitert sind, mit Enthusiasmus, Sprachgefühl und -wissen klar, verständlich und nachhaltig vermittelt. Auch wenn das Thema eigentlich recht trocken ist, nie habe ich mich bei der Lektüre gelangweilt. Entsprechend fällt es mir leicht, dieses Buch allen Sprachinteressierten wärmstens zu empfehlen.
Ein echter Schneider
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Bisweilen etwas arrogant und doch überzeugend werden dem Leser die eigenen Sprachunzulänglichkeiten vor Augen geführt. Amüsant, erhellend, intelligent. Und doch muss man sicher nicht alles zur eigenen Gewohnheit machen, was Schneider dem Publikum zugänglich macht. Vieles, was man in der Zeitung liest, was man im Rundfunk hört, oder was im Fernsehen kommentiert wird, ruft unweigerlich die Zeilen dieses Buches wieder in Erinnerung. Die eigene Sprache wird eine andere sein, wenn man dieses Buch gelesen hat.
Vergnügliches Lehrbuch
Lesen
Wer dieses Buch liest, sollte allein zu Hause sein, damit er/sie ungestört (über unsere sprachlichen Unsitten) lachen kann. Es ist ein ebenso vergnügliches wie aufschlussreiches Buch. Der Leser und die Leserin lernen viel darüber, wie wir mit der deutschen Sprache umgehen (sollten). Dabei referiert der bekannte Journalist nicht nur darüber, sondern macht auch gleich vor, was er rät; er schreibt also selbst so, wie er es uns lehrt.
Dieter Wunderlich, Autor von "EigenSinnige Frauen. Zehn Porträts" (1999) und "Vernetzte Karrieren. Friedrich der Große, Maria Theresia, Katharina die Große" (2000).

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